Lisa
20.12.2022

Eine Auseinandersetzung mit dem Thema Commitment

Eine Auseinandersetzung mit dem Thema Commitment

Ich erforsche meine Ansichten über Commitment. Was verstehe ich darunter und wovor habe ich Angst, wenn ich ein Commitment eingehe?

Was verstehe ich unter Commitment?

Ich verbinde Commitment mit etwas, das ich nicht tun will, aber ich fühle mich gezwungen, es trotzdem zu tun. Commitment kommt für mich vor allem im Zusammenhang mit der Arbeit vor. Ich habe mich verpflichtet, mein Studium an der Universität zu absolvieren und für ein Automobilunternehmen zu arbeiten. Ich habe einen Vertrag unterschrieben. Die alte Konditionierung war also, dass ich das, wozu ich mich committed habe, nie wieder rückgängig machen kann. Denn das würde bedeuten, dass ich eine Versagerin bin. Wertlos. Und noch ein paar andere gemeine Gedanken, die mir das Gefühl geben, zu versagen und mich zu schämen.

Im Deutschen wird das Wort Commitment mit „Verpflichtung“ übersetzt. Ich gebe es einfach in google translate ein und schaue, was herauskommt:

eine Verpflichtung oder Pflicht, die die Handlungsfreiheit einschränkt

„… die die Handlungsfreiheit einschränkt.“ Wow. Ja, genau so fühlt es sich für mich an. Da kommen alle Gefühle hoch. Die Blockade in der Kehle.

Wovor habe ich Angst, wenn ich beginne, mich zu committen?

Ich wiederhole nochmal, was für mich in Bezug auf Commitment gegenwärtig ist: Ich habe mich zu Dingen verpflichtet, von denen ich dachte, dass ich sie tun muss, die ich aber eigentlich gar nicht tun wollte. Und wenn ich aus irgendeinem Grund dieses Commitment breche, bin ich eine Versagerin.

Es kommt auch Angst auf. Ich habe Angst, dass ich wieder ausbrenne und depressiv werde, wenn ich mich zu etwas committe. Denn das ist es, was ich mit dem Arbeiten verbinde.

Es gibt einen Aspekt, bei dem ich mir nicht ganz vertrauen kann. Darauf zu vertrauen, dass ich mich um meine Gesundheit und mein Wohlbefinden kümmern werde. Um meine Energie. Um meine Freude.

Ein weiterer Aspekt des Commitments

ABER es gibt noch eine zweite Definition von Commitment:

Der Zustand oder die Eigenschaft, sich für eine Sache, eine Tätigkeit usw. einzusetzen.

Und jetzt, wo ich darüber nachdenke, gibt es Commitments in meinem Leben, für die ich mich entschieden habe. 

  • Ein Beispiel ist die Ehe mit dem wunderbarsten Menschen, den ich mir vorstellen kann. Sie hat sich nie wie eine Verpflichtung oder Pflicht angefühlt. Ich habe mich zu unserer Liebe und unserer Beziehung committed.
  • Dann war da die Entscheidung, Deutschland zu verlassen und ein Commitment für einen Lebensstil einzugehen, der mehr Leichtigkeit und Freude in mein Leben bringt. Keine Verpflichtung.

Es wird knifflig – hallo Konditionierung

Der erste Fall, den ich beschrieben habe, fühlte sich also so an, als würde mir etwas zustoßen. Und ich hatte keine Wahl. (Ja, ich weiß, dass das immer noch meine Wahl war, aber so fühlt es sich eben an.) Ich musste Wirtschaft studieren und gleichzeitig arbeiten, denn dann würde ich viel mehr Geld verdienen, als wenn ich etwas studieren würde, das mich begeistert. Das war die Geschichte. ’To me‘ Bewusstsein.

Die nächsten Beispiele fühlten sich eher so an, als hätte ich mir das ausgesucht. Mit Begeisterung. Entscheidungen, die von Herzen kommen und nicht von irgendwelchen Konditionierungen diktiert werden. Das ‚By me‘ Bewusstsein. Ich werde ein anderes Mal über die verschiedenen Bewusstseinsebenen sprechen.

Und jetzt kommt der knifflige Teil: Diese Gefühle, Vorstellungen, Gedanken und Konditionierungen geraten durcheinander.

Besonders in meinem Business. Obwohl ich mich bewusst dafür entscheide, wozu ich mich committe, ist da immer noch die alte Konditionierung des Scheiterns und der Scham, die sich bemerkbar macht. Also sollte ich mich besser zu nichts committen!

Uuuh, da kommt eine neue Erkenntnis: Früher, als ich noch in Deutschland lebte, war mein Kalender voll mit Terminen, auch Commitments genannt. Nachdem ich Deutschland verlassen hatte, hasste ich es, irgendwelche Termine zu machen. Also von einem Extrem zum anderen.

Eine neue Geschichte darüber, was Commitment für mich bedeutet

Ich habe das Gefühl, dass ich bereits auf dem Weg bin, hier ein Gleichgewicht zu finden. Ich erlebe verschiedene Energien rund um Commitment.

Schon seit einigen Monaten fühle ich mich zu dem Wort ‘’Devotion“ hingezogen. Hier ist eine offizielle Definition:

Liebe, Loyalität oder Begeisterung für eine Person, eine Tätigkeit oder eine Sache

Wenn ich das lese, lächle ich und strahle. Ich sitze aufrechter, meine Schultern entspannen sich ein wenig und meine Brust kommt nach vorne. Ich spüre eine Öffnung. Ausdehnung.

Es gibt noch eine andere Definition:

sich aufopfern

Ich habe nicht das Gefühl, mich zu opfern, wenn ich an Devotion denke. Ich finde es interessant, wie wir als Gesellschaft Wörter definieren. Nur Worte. Was den Unterschied ausmacht, sind die individuellen Gefühle oder Bedeutungen, die wir mit diesen Worten verbinden.

Meine neue Wahrheit über Commitment

Hier ist also meine neue Wahrheit über Commitment:

Commitment ist ein Versprechen, meine Energie einer Sache, einer Aktivität oder einer Beziehung zu widmen. Es bedeutet, dass ich mich um die Samen kümmere, die ich gepflanzt habe, wenn ich mich in einer Energie der Absicht und Motivation befinde. Ich muss mich nicht für immer an dieses Commitment halten oder bis ich etwas erreicht habe. Sondern so lange, wie es sich gut anfühlt. Ich bin mir bewusst, dass das nicht bedeutet, dass ich IMMER mit Begeisterung bei ALLEN Aktivitäten dabei bin, die mit der Sache, der Aktivität oder der Beziehung zu tun haben, zu der ich mich committed habe.

Es ist wichtig, meine ursprüngliche Absicht und Motivation zu überprüfen, die mich zu meinem Commitment geführt haben. Sind sie noch da? Es ist meine Entscheidung. Ich kann mich entscheiden, etwas anzupassen, zu pausieren oder zu beenden. Wenn ich mich zu etwas committe, kann ich mich jederzeit wieder davon lösen.

Eine Einladung

Ich lade dich ein, darüber nachzudenken, was mit deinen eigenen Erfahrungen übereinstimmt und was nicht. Was ich hier schreibe, ist das, was ich bis jetzt weiß und was sich für mich in diesem Moment wahr anfühlt. Für dich mag es eine teilweise oder sogar ganz andere Wahrheit sein.

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